Erfahrungsbericht: Ruth Barthold

Ruth Barthold ist eine unserer ehrenamtlichen Fotografinnen unseres Vereins. Sie erzählt uns, wie sie mit dem Thema Sternenkindern und ihren Einsätzen umgeht.
22 September 2024

Wie lief dein erster Einsatz ab?

Ich war sehr nervös! Gott sei Dank ging beim ersten Mal eine zweite Fotografin mit, die mich dabei unterstützt hat. Wäre ich das erste Mal alleine gewesen, wüsste ich nicht, wie das abgelaufen wäre.

Wie schaffst du es Distanz zu wahren?

Zu meiner Verwunderung ging es mir sehr gut damit. Es hilft, die Sache als Job zu sehen und zu wissen, dass ich den Eltern eine kleine Erinnerung mitgeben kann. Das ist zwar kein Trost über den Schmerz und den Verlust ihres Kindes, aber wenigstens eine Erinnerung. Das tut auch meiner Seele sehr gut, anderen etwas gutes zu tun.

Unterscheidet sich die Technik von klassischen Babyfotos?

Das Fotografieren an sich, finde ich nicht anders von der Technik her, denn ich mache ja auch sonst Detail- und Ganzkörperfotos. Bei den Posen gibt es natürlich ein paar Unterschiede. Jedenfalls lohnt sich jede Herausforderung, wenn man sieht, wie dankbar die Eltern darüber sind! Dann weiß man, dass man gutes tut.

Wie hat dein Umfeld reagiert?

Viele waren sehr erstaunt, dass ich das freiwillig will und kann. Es kamen auch Rückmeldungen wie „ich könnte das nicht, Hut ab!“ und „Toll, dass du das ehrenamtlich machst, ich finde das super“.

Ist die „Totgeburt“ nach wir vor ein Tabuthema?

Das Thema Totgeburt sollte kein Tabuthema sein, und bleiben. Ich hoffe man kann mit unserem Verein mittels Werbung, Mundpropaganda oder Spendenaufrufen das Thema aufleben lassen.