Klosterwald Bludesch

Am 24.05.2024 fand die feierliche Eröffnung des ersten Waldfriedhofs in Bludesch statt und wir vom Verein VergissMichNicht waren live mit dabei! Dabei wurde uns eine ganz besondere Ehre zu Teil: Gemeinsam mit Patricia und Bianca von den „Sternenmamis„, durften wir den ersten Sternenkinder-Baum Vorarlbergs auswählen.
14 Juni 2024

Die Klosterwald GmbH stellt seit 2019 Waldflächen als letzte Ruhestätte zur Verfügung und schafft damit eine besondere Alternative zur klassischen Bestattung. Unabhängig von Glaubensbekenntnis und Herkunft können Menschen hier ihre letzte Ruhe finden, inmitten friedlicher Natur. Die Asche der Verstorbenen wird dabei in einer biologisch abbaubaren Urne, im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Auf dem etwa 8 Hektar großen Mischwaldgebiet in Bludesch, stehen bis zu 11 verschiedene Laub- und Nadelholzarten zur Auswahl.

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Es ist immer wieder erstaunlich, welch beruhigende Wirkung ein Wald doch hat. Selbst wenn man gerade noch in Eile war oder einem belastende Gedanken im Kopf herumspuken, so rücken diese beim Betreten von weichem Waldboden, beim Klang der Stille und dem Duft nach frischer Natur, doch ganz schnell in den Hintergrund. Es fühlt sich tröstend an und stärkend.

Andächtig betraten wir den natürlich gehaltenen Pfad und fanden schon nach kurzer Zeit den ersten Baum mit einem kleinen, unauffälligen Nummernschild. Hier wird eines Tages einmal die Ruhestätte eines Menschen sein. Seine Asche wird von der Natur im ewigen Kreis des Lebens aufgenommen – was für eine schöne Vorstellung.

Das Team von der Klosterwald GmbH nahm uns herzlich in Empfang. Irene Christof machte mit uns einen kleinen Rundgang durch den Wald, erzählte von der Entstehungsgeschichte und was es bei Waldbestattungen zu beachten gibt. Insbesondere bei unserer Hauptaufgabe, den ersten Baum für Vorarlberger Sternenkinder auszuwählen, unterstützte sie uns mit vollem Engagement. Man spürte förmlich, dass sie aus Überzeugung hier

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Sie riet uns zu einem eher jüngeren Baum. Zwar steht ein großer, stattlicher Baum für Stärke und Halt, doch ihrer Erfahrung nach, erfreuen sich Eltern von Sternenkinder an etwas anderem noch mehr: Jungen Bäumen sieht man ihr Wachstum besser an. Während ein alter, dicker Baum nach ein paar Jahren nur noch etwas dicker wird, verändert sich ein junger Baum doch sichtlich. Er wächst in die Höhe, in die Breite, bekommt neue Äste, wird buschiger. Die Vorstellung, dass ein kleines Sternenkind irgendwie mit dem Baum verbunden ist und heranwächst, spendet Trost.

Uns persönlich gefiel ein Laubbaum gut, dessen Blätter leuchtend grün strahlen, wenn die Sonne auf sie scheint. Eine starke Buche sollte es werden. Doch damit war noch lange kein Baum gefunden. Entweder war der Platz rundherum zu unwegsam, der Baum zu groß oder bereits reserviert. Insbesondere Bianca von den Sternenmamis war dafür, dass der Baum ein wenig abseits stehen sollte, damit Sterneneltern ganz unterstört dort verweilen können. Da es keine richtigen Bänke gibt, hielten wir außerdem Ausschau nach einem naheliegenden Baumstumpf, den mal als Sitzplatz nutzen könnte.

Nach langem Suchen war es dann soweit, wir fanden unseren perfekten Sternenkinder-Baum, der alle Kriterien erfüllte. In unmittelbarer Nähe befindet sich sogar ein ganz ähnlicher Baum, sodass im Bedarfsfall ein zweiter Sternenkinder-Baum im selben Bereich ausgewählt werden könnte.

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Barbara überließ nichts dem Zufall und befestigte sofort die Namenstafel.

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Stolz präsentieren wir unseren Baum – von links nach rechts: Patricia und Bianca von den Sternenmamis, Marina und Barbara von VMN und Irene Christof von der Klosterwald GmbH

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Die Kosten für eine Waldbestattung variieren je nach Baumart (Familienbaum oder Gemeinschaftsbaum). Für Sternenkinder wird der Baum kostenlos zur Verfügung gestellt. Es fallen lediglich Kosten für die Beisetzung (Graböffnung/-Schließung) an. Die Nutzungsdauer beträgt 25 Jahre.

Weitere Informationen zum Thema Waldfriedhof findet ihr auf der Homepage der Klosterwald GmbH.