Antenne Vorarlberg

Live bei Antenne Vorarlberg
12 Dezember 2022

Der Radiosender Antenne Vorarlberg hat unserem Verein die einmalige Gelegenheit geboten, live in einem Sonder-Podcast über unsere Tätigkeit, unsere Erfahrungen als Sternenkind-Fotografen und auch allgemein über das Thema Sternenkinder zu sprechen. Mit dabei waren Vereinsobmann Andreas Uher, Sternenkind-Mama Barbara Flügel, Hebamme Jasmin Jäger und das bekannte Moderatorenduo Sandra & Veithi.

318801932 527525346065969 7712197949715958760 N

Während die Moderatoren sonst eher für witzige Unterhaltung und gute Laune stehen, geht es heute um ein sehr ernstes, emotionales Thema. Die Beiden sind sich einig, dass die Arbeit der Vereinsmitglieder hart sein muss und deshalb Respekt und Reichweite verdient. In der 8-minütigen Sondersendung wird der noch immer zu wenig geläufige Begriff „Sternenkinder“ erläutert und über die Entstehung bzw. den Tätigkeitsbereich unseres Vereins gesprochen. Von Andreas wird hervorgehoben, dass unser Verein in Österreich einzigartig ist. Es gibt zwar viele Einzelkämpfer in Österreich oder eine deutsche Stiftungen, die auch Einsätze in Österreich anbietet, aber keine offizielle Organisation, die für ganz Österreich zuständig ist.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte im Jahr 2020 Jasmin Jäger, Hebamme vom Krankenhaus Feldkirch. Sie erzählt, dass der Bedarf nach den ersten und letzten Bildern von Sternenkindern grundsätzlich schon länger bestanden hatte. Die Aufnahmen wurden damals notgedrungen von den Hebammen selbst mit Digitalkameras vorgenommen, bis Jasmin sich dachte, so kann es nicht weitergehen. Eine professionelle Lösung musste her – und die gab es Gott sei dank.

Manche Eltern öffnen diese Box sofort, manche erst nach einer ganzen Weile und andere vielleicht nie – das entscheidende aber ist, sie haben die Wahl.

Andreas erklärt, wie so ein Einsatz abläuft: Im Ereignisfall werden die Eltern von den Hebammen über die Möglichkeit der Sternenkind-Fotografie informiert. Diese wiederum alarmieren im Bedarfsfall den Verein. Vereinsintern wird sogleich erhoben, wer in der Nähe ist und bereit ist, den Einsatz zu übernehmen. Der oder die Fotografin fährt anschließend zum Krankenhaus und macht die Aufnahmen, individuell nach den Wünschen der Eltern, mit oder ohne ihrer Anwesenheit. Der Fotograf bearbeitet die Bilder und übermittelt den Eltern zeitnah eine Erinnerungsbox per Post. Manche Eltern öffnen diese Box sofort, manche erst nach einer ganzen Weile und andere vielleicht nie – das entscheidende aber ist, sie haben die Wahl.

Sternenkind-Mama Barbara Flügel hatte diese Wahl nicht. Es sind nun 8 Jahre vergangen, als sie damals in der 20. SSW ihr Sternenkind verloren hat – eines von insgesamt vier! Damals gab es das Angebot der Sternenkind-Fotografie noch nicht. Das wichtigste sei, darüber zu sprechen, sagt Barbara. Erst dabei hat sie erfahren, dass es sehr viele Betroffene gibt und das ganz in ihrer Nähe. Nachbarn, Freunde…

Es gibt also eine enorme Dunkelziffer, die zeigt, dass man damit nicht alleine ist, die zeigt, wie wertvoll unsere Tätigkeit für die Trauerarbeit ist und die zeigt, wie wichtig eine Enttabuisierung in der Gesellschaft ist. Umso dankbarer sind wir, dass Antenne Vorarlberg uns dieses Podium bietet, um über unsere Arbeit sprechen zu dürfen. Vielen herzlichen Dank dafür!